21.09.2020: Four-a-Chaux

Heute haben wir Mannheim und die Pfalz mit den wunderschönen Weinbergen verlassen.

Today we left Mannheim and the Pfalz with its beautiful vineyards.

Denn wir wollen ins Elsass, also ab nach Frankreich! Mit diesem Plakat wurden wir empfangen:

Because we want to travel to Alsace, so on towards France! By this billboard we were greeted:

Together

Wir sind entlang netter ruhiger Straßen gefahren, denn …

We drove along nice quiet streets, because …

… wir haben gleich hinter der Grenze nahe Lembach ein Zwischenziel. Dies ist Four-a-Chaux, ein Teil der Maginot-Linie, einer Verteidigungslinie, die ab 1930 entlang der französisch-deutschen (und französich-italienischen) Grenze errichtet wurde.

… because we want to take a stopover right after the border near Lembach. This is Four-a-Chaux, a part of the Maginot Line, a line of defence, which was built along the French-German border (and the French-Italian one), starting 1930.

Wie man an den Schienen sehen kann, wurde hier Material angeliefert. Für unsere Führung gehen wir einen Weg ein Stück den Hügel hinauf, zum Eingang für die Mannschaften. Hier hat Joseph – von dem ich leider kein Foto gemacht habe – uns schon einmal eine Menge Hintergrundinfos erzählt.

As the train tracks let one guess, here material was delivered. For our guided tour we walk a bit up the hill, to the entrance for the personnel. Here Joseph – of whom I did not take any pictures, unfortunately – gave us some introductory background information.

Zum Beispiel, dass man außen auf die Bauten nicht klettern darf. Da liegen immer noch Minen!

For example that one is not allowed to climb the structure on the outside. There are mines buried still!

Und dann kam Gérard, der uns alles von innen gezeigt hat. Wir hatten das unheimliche Glück, dass nur Torben und ich zu dieser Führung gekommen waren, und dass Gérard sich viel Zeit für uns genommen hat. – Wir hoffen, seine Frau war nicht zu böse, dass er zu spät zum Essen heimkam.

And then Gérard came, who showed us everything from the inside. We were so incredibly lucky, that it was only Torben and I who had showed up for this guided tour, and that Gérard was very generous with his time. – We do hope that his wife was not too angry that he was late for dinner.

Wir sind viele lange Gänge entlanggelaufen. Nach dem Eingang kommt relativ schnell die Kaserne, mit viel Abstand zu den Kampfblöcken, damit die Soldaten hier ihre Ruhe hatten. Auf dem Bild unten ging es zur Entseuchung.

We walked along many long galleries. After the entrance you relatively soon come to the barracks, with much distance to the combat blocks, so that the soldiers had some quiet here. On the picture below you got to the detoxification.

Hier seht Ihr den sehr flachen Eingang zum Notausgang. Warum der so niedrig ist? Damit die Leute sich in Panik nicht gegenseitig über den Haufen rennen können.

Here you see the rather shallow entry to the emergency exit. Why that is so low? Because that way people cannot run each other down when they are in a panic.

Und so sollte das dann funktionieren: Nach dem Tunnel gehts nach oben, bis an eine Klappe, die den Kies – der die versetzte obere Hälfte des Weges nach oben von außen versperrt – in einen dafür vorgesehenen Schacht fallen lässt. Raffiniert! Aber natürlich nur ein einziges Mal zu verwenden.

And this is how it should work: After that tunnel the way goes up, until you come to a flap that lets the gravel – which fills the shifted upper half of the way up, to block access from outside – fall into a shaft that is meant just for that. Clever! But of course it can be used only one time.

Dies ist die Luftfilteranlage (vor allem für den Fall eines Gasangriffs) …

This here is the air filter facility (especially for the case of a gas attack) …

… und Gérard hat uns demonstriert, dass sie noch funktioniert. Wir haben die Alu-Folie flattern sehen!

… and Gérard showed us that it does still work. We could see the aluminium foil quiver!

Gérard hat uns ganz viele interessante Einzelheiten erzählt. Zum Beispiel, dass die Wände der Gänge für die Kabel und Leitungen eingerückt sind. Das verringerte das Risiko, dass sie bei Beschädigungen der Tunnel auch in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Gérard told us a whole lot of interesting details. For example that the walls of the galleries are set back a bit for the cables and power lines. That minimised the risk that they were affected as well, in case the tunnel got damaged.

Übrigens: Wenn man die Schienen auf dem Boden sieht, sollte man auch wissen, dass die Soldaten die Loren mit reiner Körperkraft von A nach B schieben mussten.

By the way: When you see the tracks on the ground, you should also know that the soldiers had to push the carts from A to B with physical strength alone.

Aber nach all den Anstrengungen gabs dann auch ordentlich Verpflegung!

But after all those exertions they then also received a hearty meals!

Und wenn es den Soldaten mal nicht so gut ging, war auch für sie gesorgt. Es gab sogar einen OP-Raum, der aber nie genutzt werden musste. Wie oft der Zahnarzt tätig werden musste, wissen wir nicht …

And when the soldiers were not feeling all that well, then that was also taken care of. There was even a room for surgeries, but it never needed to be used. But we don’t know how often the dentist had to work …

Nach einer guten Strecke Laufen kommen wir zur Befehlszentrale.

After a good deal of walking, we come to the operational headquarters.

Weil das alles allmählich etwas viel wird hier eine Karte: Bei 1 kamen wir rein, 2 ist die Kaserne, dann sind wir jetzt bei 3.

Because all that tends to get a bit much, here a map: At 1 is where we entered, 2 is the barracks, and now we are at 3.

Wieder ein Stück weiter und nach einer massiven Schleusentür kommen wir an einen Kampfstand, auf der Karte die 4.

Another bit further on and after a massive lock gate we reach one of the battle stations, on the map that is the 4.

Hier wird es jetzt sehr spannend! Wir müssen eine ganze Menge Treppen erklimmen, rund um einen großen Drahtkäfig von Fahrstuhl. Der wurde genutzt, um die Munition nach oben zu fahren. Und für die leeren Hülsen, die wiederverwendet wurden, gab es eine spiralige Rutsche.

Here now things get really exciting! We have to climb quite a few stairs which go around a big wire cage, i.e. elevator. That was used to transport the ammunition to the upper level. And for the empty shells, which were re-used, they had a spiral slide.

So. Hier steht eine der Kanonen. Und falls der Strom ausfällt, kann man das alles mit Muskelkraft bedienen. Und es geht ganz, ganz leicht!

Okay. Here one of the canons is situated. And in case there is a power failure, all this can be operated with muscle power. And it is really easy going!

Jawoll! Ich habe die versenkbare Kuppel hochgedreht.

Yeah! I raised up the retractable turret.

Es gibt extra eine Kamera, die einem das zeigt. (Und wir haben hier später zugesehen, als Gérard das Ganze wieder heruntergedreht hat.)

There is a special camera installed which shows you that. (And later we watched here when Gérard lowered the whole thing down again.)

Und hier zeigt er uns, wie die Munition in ihrem eigenen kleinen Fahrstuhl mit mehreren Kammern nach oben gebracht wird.

And here he shows us how the ammunition is sent up in its own little elevator with several chambers.

Jetzt darf Torben kurbeln: Man kann die Kanone nämlich drehen. Das wurde den deutschen Soldaten wohl einmal zum Verhängnis. Die Deutschen waren schon weit über die Grenze, eine Truppe hatte aber Auftrag, Four-a-Chaux von hinten einzunehmen. Nur, wenn man die Kanone drehen kann, gibt es kein „hinten“.

Now it is Torben’s turn to turn the crank: Because one can rotate the canon. It seems that once this was the German soldiers‘ downfall. The Germans were already far across the border, but one squad had order to take Four-a-Chaux from behind. But, when you are able to rotate the canon, there is no „behind“.

Danke, Gérard, dass wir soviel lernen und selber probieren durften!

Thanks, Gérard, that we were allowed to learn and try so much!

Wir sind beim Fahrstuhl zurück nach unten gelaufen, dann waren wir schon fast auf dem Weg nach draußen. Hier sind wir an der Stromschaltstation vorbei gekommen.

We walked back down at the elevator, and next we were already on our way out, almost. Here we passed the electrical substation.

Wir kommen jetzt zum Schrägberg, Nummer 5 auf der anderen Karte. Da gehts dann hinunter zum Eingang für Material.

We now come to the incline, number 5 on the other map. That is then the way down to the entrance for material.

Und so sieht es von unten aus.

And this is what it looks like from below.

Am Ende gibt es dann noch einen Museumssaal, aber da waren wir ja schon so spät dran, also sind wir da relativ zügig durchgelaufen. – Das sehen wir uns dann beim nächsten Mal genauer an, denn wir wollen auf jeden Fall wiederkommen!

At the finish then comes a museum hall, but by now we were so late already, so we walked through rather quickly. – We will then take a closer look at that next time we are here, because we most definitely want to come back!

Auch draußen gibt es noch ein Museumsstück: Ein Walker Bulldog Panzer, der 1951 in Betrieb genommen worden war. (23,5 Tonnen!)

Outside there is yet another museum piece: A Walker Bulldog tank, which had been put into operation in 1951. (23,5 tons!)

Wir sind dann weitergefahren, mit einem kleinen Abstecher nach Uttenhoffen, das für die blauen Häuser bekannt ist. Im 17. Jahrhundert fanden Hugenotten hier Zuflucht. Diese Leute hatten wenig Geld und konnten sich daher die „normalen“ Farben nicht leisten. Also griffen sie auf die billige blaue Farbe zurück, die damals allerdings auch bleihaltig und von daher nicht gesund war.

We then traveled onward, with a short stop at Uttenhoffen, which is known for its blue buildings. In the 17th century, Huguenots found shelter here. These people only had very little money and thus they could not afford the „normal“ colours. So they fell back on the cheap blue colour which unfortunately also contained lead back then, and therefore it was not really healthy.

Und jetzt zu unserem Standort für die nächsten 10 Tage: Colmar. Wir werden von einer Nachbildung der Freiheitsstatue begrüßt. Passend, denn Auguste Bartholdi, der das Original erschaffen hat, ist hier geboren.

And now to our base for the next ten days: Colmar. We are welcomed by a replica of the Statue of Liberty. Quite fitting, because Auguste Bartholdi, who created the original, was born here.

Wir wohnen ganz in der Innenstadt. Viel Verkehr, viele Straßen, gut, dass Google Maps uns führt … ups! Direkt in die Fußgängerzone.

We will stay right in the centre of town. Lots of traffic, lots of streets, good thing that Google Maps is leading us … oops! Right into the pedestrian zone.

Tja, 5 Minuten später: (Dabei haben wir wirklich nur schnell ausgeladen.)

Well, 5 minutes later: (And we really only quickly unloaded.)

Torben hat dann mal einen legalen Parkplatz gesucht, während ich angefangen habe, unser Gepäck die vier Stockwerke hochzutragen.

Torben then went to look for a legal parking spot, while I got started on carrying our luggage up the four floors.

Eine süße kleine Ferienwohnung haben wir hier. Und wir haben uns auch die ganze Zeit da sehr, sehr wohl gefühlt!

A cute little vacation flat we have here. And we did feel very much at home here all during our stay!