17.06.2018: Majdanek

An diesem Tag sind wir zu dem ehemaligen deutschen Konzentrationslager Majdanek gefahren. Dieser Eintrag wird sich nur damit befassen und nicht im geringsten lustig oder unterhaltend sein. Wer sich das nicht antun möchte, soll also bitte bis zum nächsten Eintrag warten.

On that day we drove to the former German concentration camp Majdanek. This entry will concern itself with nothing else and not be in the least funny or entertaining. So for people who don’t want to expose themselves to that, please wait for the next entry.

Außerdem werde ich versuchen zu vermeiden, eigene Texte zu verfassen. Stattdessen werde ich Texte, die wir im Lager fotografiert haben, für Euch abtippen.- Übrigens: In Majdanek wurden auch viele Menschen aus der Region interniert, weil das Gebiet für deutsche Siedler geräumt wurde.

Furthermore, I will try to avoid writing my own texts. Rather, I will type up texts for you which we photographed in the camp. – By the way: In Majdanek they detained also many people from the region, because the area was cleared for German settlers.

Wachhaus neben einem der Tore zum Lager, 1944. „Achtung! Lagergelände! Stehen bleiben! Fotografieren verboten! Es wird ohne Anruf scharf geschossen! Der Kommandant“

Sentry box next to one of the gates leading to the camp, 1944. „Attention! Camp compound! Remain where you are! No photography allowed! Transgressors will be shot without warning! The Commanding Officer“

Anja Rempa (1937), vertrieben aus ihrem Dorf Zawadka, zusammen mit ihrer Familie. Sie starb am 9. Dezember 1943 im Jan Bozy Krankenhaus in Lublin. Das Foto wurde aufgenommen, nachdem sie aus dem Lager entlassen worden war.

Anja Rempa (1937) displaced from the village of Zawadka together with her family. She died on December 9, 1943 in Jan Bozy Hospital in Lublin. The photo was taken after she was released from the camp.

Brief von der Leitung der Kreisverwaltung in Lublin an das Hilfskomitee, mit dem Verbot, die Vertriebenen, die aus Majdanek entlassen wurden, in ihre Dörfer zurück zu lassen. „Die mir übersandten Anträge auf Rückkehr der aus Majdanek in das Kreisgebiet Lublin-Land angesiedelten Polen gebe ich Ihnen beiliegend zurück mit der Bemerkung, dass eine Rückkehr nach dem Kreis Zamosc nicht gestattet ist. Ich beziehe mich dabei auf die am Montag [sic] den 30. August 1943 mit Ihnen gehabte persönliche Unterredung.“

Letter from the head of county administration in Lublin to Central Welfare Council prohibiting the displaced who were released from Majdanek to return to their home villages. „The petitions for return from Majdanek into the county Lublin region by resident Poles I hereby return to you with the remark that a return to the county Zamosc is not permitted. In that I refer to the conversation personally had with you on Monday [sic] August 30, 1943.“

Ein Bogen Briefmarken, die der Woche von Majdanek gedenken, 1945.

Sheet of postage stamps commemorating the Week of Majdanek, 1945.

„Tor zur Hölle“

„Gate to Hell“

Von dem polnischen Bildhauer und Architekten Wiktor Tolkien

By the Polish sculptor and architect Wiktor Tolkien

Ankunft im Lager: Wir kamen in Majdanek an. […] Die Lastwagen hielten oben am Berg. Von da konnten wir sehen, dass unter uns, in dem Netzwerk von Stacheldraht, Leute umhergingen. Sie schoben beladene Wägen und Karren auf schmalen Eisenschienen den Berg hoch.

Arrival at the camp: We arrived at Majdanek. […] The trucks stopped at the top of the hill. From there we could see that down below, among the networks of barbed wire, people were moving around. They were pushing loaded carts and cars uphill on narrow iron rails.

Mein erster Gedanke war: Leben hier wirklich Menschen? Und arbeiten? Das hieß, eine schwache Hoffnung könnte selbst hier am Tor von Majdanek aufflackern. Tore öffneten sich vor uns, und es gab eine Menge davon. Wir sahen so etwas wie schlammige Wege, die in verschiedene Richtungen führten.

My first thought was: Are there people alive here? Working? That meant some frail hope might flicker even at the gates of Majdanek. Gates began opening before us, and there were a lot of them. We saw something like muddy trails leading in various directions.

Jede Menge Stacheldraht trennte ein Feld vom anderen, spaltete die Welt in riesige rechteckige Kästen. Überall standen Baracken. Es waren keine Menschen zu sehen, und es schien, dass nur die Baracken hier gefangen waren. Sie trieben uns zur Eile, über gewundene, getarnte Wege. Alle paar Minuten öffnete sich eine kleine Stacheldrahttür und knallte dann hinter uns zu. […]

A multitude of barbed wire fences separated field from field, dividing the world into enormous rectangular boxes. Barracks stood everywhere. There were no people in sight and it seemed that only the barracks were imprisoned here. They began hurrying us along winding, camouflaged pathways. Every few minutes a small barbed wire door opened, and then slammed shut behind us. […]

Schließlich sahen wir einen riesigen freien Platz, und Tausende von verängstigten Menschen. Manche lagen da, und andere rannten verzweifelt von einer Stelle zur anderen. Wir marschierten im Takt zum Tor. Das Tor öffnete sich und sie schubsten uns in das Chaos; wir fanden uns in einem menschlichen Ameisenhügel wieder. Wir schauten uns an und verstanden sofort: Wir waren gefangen! – Mordechaj Sztrygler

We finally saw a vast bare ground, and thousands of terrified people. Some lay there and others ran in despair from one place to another. We marched in step to the gate. The gate opened and they shoved us into the chaos; we found ourselves in the human anthill. We looked at each other and understood instantly: We were trapped! – Mordechaj Sztrygler

Der Umkleideraum im Bad der Männer war auch der Ort, wo neue Häftlinge ihre Haare geschoren bekamen. Deutsche Konzentrationslager verkauften das Haar dann an Firmen, die es zu industriellen Filzfasern verarbeiteten. Die Meldungen, die noch erhalten sind, zeigen, dass die Verwaltung von Majdanek eine Gesamtmenge von 730kg Haar an die Färbegesellschaft Fort (Niederlausitz) geschickt hat.

The changing room in the male bath house was also the place where new prisoners had their hair cut off. German concentration camps then sold the hair to companies which processed it into industrial fibre felt. The reports which have been preserved show that the Majdanekk Administration sent a total of 730kg of hair to the Forst Dye Works Company (Niederlausitz).

Registrierung von neu angekommenen Häftlingen: Ein paar SS Männer, deren Ränge ich nicht kenne, kommen herüber und sie befehlen uns, in eine leere Baracke zu gehjen. Dort müssen wir uns schnell ausziehen und all unsere Wertgegenstände und Kleidung in den Armen halten. Das ist der Befehl. Wir stehen da nackt und warten. Die Doppeltore der scheunenartigen Baracke sind weit offen, und wir kriegen Gänsehaut. Das Verlesen der Transportliste beginnt endlich; die, deren Namen aufgerufen werden, gehen auf die andere Seite. Das Verlesen von siebenhundert Namen dauert lange. Die, die aufgerufen werden, lassen Kleidung und Proviant zurück, und niemand markiert diese Sachen mit einem Namen oder einer Nummer. […] Sie stellen einen Tisch auf, wo wir uns melden und Nummern kriegen, die auf Plaketten, die aus Blechdosen geschnitten wurden, gestempelt werden. […] Die Aufnahme, oder eher das Einsammeln von Dingen für das Depot, dauert wieder eine lange Zeit. Ich zittere am ganzen Körper. Endlich befehlen sie uns, in Gruppen von einhundert zu den Duschen zu gehen. Nackt und barfuß rennen wir über den gefrorenen Boden zu einem benachbarten Gebäude, ungefähr einhundert Meter weit weg. In dem kalten Waschraum sitzen mehrere Friseure, slowakische Juden, die uns die Haare von den Köpfen scheren, unsere Bärte, das Haar unter unseren Armen und überall auf unseren Körpern. – Jerzy Kwiatkowski

Reception of newly arrived prisoners: Along come several SS men whose ranks I cannot recognize, and they order us to enter an empty barracks. There we must undress quickly and hold all our valuables and clothing in our arms. That’s the order. We stand there naked and wait. The double gates of the stable-type barracks are wide open, and we get goose bumps. The reading of the transport list finally begins; those whose names are called cross to the other side. Reading out seven hundred names takes a long time. The ones called out leave behind their clothing and food supplies, which no one marks with a name or number. […] They set up a table where we register and obtain numbers stamped on tags cut from tin cans. […] Registration, or rather the taking of things on deposit, again lasts a long time. I am shivering all over my body. Finally they order us to go to the showers in groups of one hundred. Naked and barefoot we run across the frozen ground to an adjacent building about a hundred metes away. In the cold cloakroom sit several barbers, Slovakian Jews, who shave off the hair on our heads, our mustaches, the hair under our arms, and all over our bodies. – Jerzy Kwiatkowski

Duschen: Sie trieben uns raus in den Frost. Von vor der Effektenkammer rannten wir nackt und barfuß durch den beißenden Frost zu einer Baracke mit einem Schild „Bad“. Sie schnitten das restliche Haar auf unseren Köpfen mit stumpfen Scheren ab und drängten uns in einen dreckigen Raum, der mit leuchtend blauen Latten ausgelegt war. Von der Decke hingen etliche Dutzend Duschköpfe, und unter den Fenstern stand ein langer Tisch. Neben der Tür, durch die wir aus diesem „Wartezimmer“ eingetreten waren, stand eine riesige Betonwanne voller Wasser, das nach Karbolsäure stank. […]

Bathing: They herded us out into the frost. From in front of the Effektenkammer we rushed naked and barefoot through the biting frost to a barracks with a sign reading „Bad“ or bathhouse. They cut the remaining hair off our heads with dull clippers and pushed us into a filthy room covered with bright-blue wooden slats. From the ceiling hung several dozen showerheads and there was a long table under the windows. Next to the door we had entered from that „waiting room“ stood an enormouse concrete tub full of water reeking of carbolic acid. […]

Plötzlich spritzte eisiges Wasser aus den Duschen – die Leute schrieen, dass es kalt war. Ein paar Sekunden später rauschte kochendes Wasser in Dampfwolken aus den Duschköpfen. Wir wollten entkommen, aber man konnte nirgends hin, und die, die an den Rändern kauerten, wurden mit Stöcken und Peitschen unter die kochenden Duschen gejagt. Ein paar Sekunden später kam wieder ein Strom eisigen Wassers – unsere Dusche war vorbei. Aber sie zwangen uns, noch ein „Bad“ zu nehmen, dieses Mal in der Betonwanne voller Karbolsäure. Sie nannten das ironisch ein „Disinfektionsbad“ und nutzten ihre Stöcke um sicherzustellen, dass niemand darum herum kam. – Andrzej Stanislawski

Suddenly icy water spluttered from the showers – people screamed that it was cold. A few seconds later, boiling liquid gushed from the showerheads in clouds of steam. We wanted to escape, but there was nowhere to go, and those huddling at the edges were chased under the boiling shower with sticks and whips. A few seconds later came another stream of icy water – our shower was over. But they made us take an additional „bath“, this time in that concrete vat of carbolic adic. They referred to it ironically as a „disinfectant bath“ and used their sticks to make sure no one avoided it. – Andrzej Stanislawski

Dosen Zyklon B

Zyklon B cans

Der Umkleideraum war auch dafür ausgelegt, die Kleidung der Häftlinge zu desinfizieren, mit einer Chemikalie, die als Zyklon B bekannt war. Um dies auszulösen, wurde heiße Luft durch Rohre in der Wand in den Raum geleitet. Das Gas wurde durch Löcher in der Decke entlüftet. Die desinfizierte Kleidung wurde im nächsten Raum aufbewahrt.

The dressing room was also adapted to disinfect prisoner’s clothes, using a chemical known as Zyklon B. To activate this, heated air was forced inside via Pipes installed within the wall. The gas was ventilated through holes in the ceiling. The disinfected clothes were stored in the adjoining room.

Der Bunker mit den Gaskammern. In diesen Kammern wurden giftige Gase genutzt, um die Häftlinge zu ermorden.

The bunker with gas chambers. In these chambers poison gases were used to murder the prisoners.

Kohlenmonoxid wurde durch Metallrohre eingeleitet, die im sogenannten „SS Raum“ mit zwei Stahlzylindern verbunden waren. Durch ein vergittertes Fenster beobachteten SS-Männer den Vorgang.

Carbon monoxide was supplied through metal pipes connected with two steel cylinders installed in the so-called „SS room“. Through a barred window SS-men watched the extermination process.

In der kleineren Kammer wurden Häftlinge auch mit Zyklon B getötet, das durch eine Öffnung in der Decke geschüttet wurde.

In the smaller chamber prisoners were also killed with Zyklon B, which was poured through an opening in the ceiling.

Die meisten Opfer in den Gaskammern waren Juden (vor allem Frauen, Kinder und Alte). Bis spät in den Frühling 1943 wurden die Gaskammern auch genutzt, um kranke oder ausgemergelte Häftlinge anderer Nationalitäten zu ermorden.

Most of the gas chamber victims were Jews (mainly women, children and the elderly). Until the late spring of 1943, the gas chambers were also used to kill the sick or emaciated prisoners of other nationalities.

Die Ermordung von Häftlingen  in den Gaskammern von Majdanek dauerte von September 1942 bis September 1943.

The extermination of prisoners in the Majdanek gas chambers lasted from September 1942 to September 1943.

Bekanntmachung – Betr.: Todesstrafe für unbefugtes Verlassen der jüdischen Wohnbezirke. In der letzten Zeit ist durch Juden, die die ihnen zugewiesenen Wohnbezirke verlassen haben, in zahlreichen Fällen nachweislich das Fleckfieber verbreitet worden. Um die hierdurch der Bevölkerung drohende Gefahr abzuwenden, hat der Herr Generalgouverneur verordnet, dass in Zukunft ein Jude, der den ihm zugewiesenen Wohnbezirk unbefugt verlässt, mit dem Tode bestraft wird. […] Warschau, am 10. November 1941.

Notification – Re.: Death penalty for unauthorized leaving of the Jewish living districts. Of late, Jews who left the living districts that they had been assigned to, in numerous cases verifiably spread spotted fever. To avert the danger that thus threatens the general public, the Mister Governor-General decreed that in future a Jew who leaves the living district that he was assigned to without authorization, will be punished by death. […] Warsaw, November 10, 1941.

Chaim Hirszman (1912-1946). Er kam aus Janów Lubelski, wo er als Metallschmied arbeitete. Am 15. Oktober 1942 wurde er nach Belzec deportiert, zusammen mit Frau und Sohn. Im Juni 1943 gelang es ihm, von einem Transport der letzten jüdischen Häftlinge des Belzec Sonderkommandos zum Todeslager in Sobibór zu fliehen. Er versteckte sich und meldete sich dann freiwillig zur Volksarmee. Nach dem Krieg arbeitete er eine Weile lang für einen kommunistischen Sicherheitsapparat in Lublin. Am 16. März 1946, an dem Tag, an dem er begann, vor dem jüdischen historischen Komitee in Lublin über Belzec Zeugnis abzulegen, wurde er in seiner Wohnung von Mitgliedern der polnischen Verschwörer erschossen. Hirszmans Bericht wurde von seiner zweiten Frau, Pola, vervollständigt.

Chaim Hirszman (1912-1946). He came from Janów Lubelski, where he worked as a metalsmith. On October 15, 1942, he was deported to Belzec, along with his wife and son. In June 1943, he managed to escape from a transport carrying the last Jewish prisoners of Belzec Sonderkommando to the death camp in Sobibór. He went into hiding and then enlisted in the People’s Army. Following the war, he worked for some time for a communist security apparatus in Lublin. On March 16, 1946, on the day when he started giving his testimony on Belzec to the Jewish Historic Committee in Lublin, he was shot dead in his apartment by members of the Polish conspiracy. Hirszman’s accounts were completed by his second wife, Pola.

Das einzige erhalten gebliebene deutsche Dokument betreffend die Operation „Erntefest“. „Bei der am 3.11.1943 in Trawnicki stattfindenden Judenaussiedlung wurde ich von einer Jüdin durch einen Schlag ins Gesicht tätlich angegriffen und leicht verletzt. Da die Person Anstalten machte nochmals zum Schlage auszuholen, sah ich mich genötigt abzuwehren und schlug ihr mit dem Kolben meines Gewehres auf den Schädel, wobei der Kolben leicht beschädigt wurde. Der Schaden ist unerheblich (leichter Riss am Kolben) und beeinträchtigt die Feuerkraft und Sicherheit nicht im geringsten, was durch den Gebrauch im Anschluss an diesen Vorfall unter Beweis gestellt werden konnte.“

The only preserved German document concerning the course of operation „Erntefest“. „At the time of dislocating Jews on November 3, 1943 in Trawniki, I was attacked by a Jewess who struck me in the face and slightly injured me. As the person was about to deliver another blow, I felt compelled to defend myself and hit her onto the skull with the rifle butt, which resulted in a slight damage to the butt. The damage is minor (a faint scratch mark on the butt) and does not affect the rate of fire or reliability, as proved by good use immediately after the incident.“

Rollen zum Ebnen von Straßen. Sie wurden von Häftlingen gezogen. Es war eine der anstrengensten Arbeiten, die in Majdanek verrichtet wurden.

Rollers for levelling roads. They were pulled by prisoners. It was one of the most exhausting kinds of work done at Majdanek.

Das Krematorium hinter dem Häftlingsfeld V, gesehen vom Wachturm an der Ecke (1944 – 2015).

Crematorium behind prisoner field V seen from the corner watchtower (1944 – 2015).

Säule der drei Adler und Baracken in Häftlings-Feld III.

The Tree Eagles Column and barracks in prisoner Field III.

Am Fuß der Säule liegt ein Teil des Kapitells, das 1944 zerstört wurde.

At the base of the column, there is a fragment of its capital destroyed in 1944.

Die Säule der drei Adler, entworfen von Albin Maria Boniecki. Sie wurde im Frühjahr 1943 von polnischen politischen Häftlingen auf Befehl der Lagerleitung errichtet. Deutsche betrachteten sie als eine Dekoration von Feld III. Es war das erste Denkmal zu Ehren der Opfer von Majdanek, da etwas Asche aus dem Lagerkrematorium heimlich im Fuß der Säule platziert wurde.

The Column of Three Eagles, designed by Albin Maria Boniecki. It was erected by Polish political prisoners on the camp authorities‘ order in the spring of 1943. Germans conceived it as a decoration of Field III. It was the first monument to the victims of Majdanek, as some ashes from the camp crematorium were secretly placed inside the base.

„Schrein“ (Kunstinstallation)

„Shrine“ (artistic installation)

Neben der persönlichen Habe, die den Häftlingen bei ihrer Ankunft in Majdanek weggenommen wurde, wurden auch die Schuhe von Juden, die in anderen „Operation Reinhardt“ Todeslagern ermordet wurden, hier gelagert. Schuhe von Männern, Frauen und Kindern, die einst den Opfern gehört hatten, wurden nach versteckten Wertgegenständen durchsucht und sortiert. Kurz nach der Liquidierung des Konzentrationslagers in Majdanek waren fast 430.000 Paar Schuhe und einige Tausend Teile von Schuhen noch hier.

Apart from the personal property taken away from prisoners on their arrival at Majdanek, the shoes of Jews who were mass murdered in other „Operation Reinhardt“ death camps were also stored here. Men’s, women’s and children’s shoes that had once belonged to the victims were searched for hidden valuables and sorted. Shortly after the liquidation of the concentration camp at Majdanek, nearly 430.000 pairs of shoes and several thousand shoe parts were still there.

Abschnitt der Lagerstraße. Im Lager wurden über 4 Kilometer Straßen von den Häftlingen gebaut. Von den deutschen Besatzern mutwillig beschädigt, wurden Grabsteine von jüdischen Friedhöfen in Lublin für den Bau der Straßen genutzt, welche außerdem mit Ziegeln und Schutt von Häusern, die im Lublin Ghetto zerstört worden waren, beschichtet wurden.

Fragment of the camp road. In the camp over 4 kilometres of roads were built by prisoners. Vandalized by German occupiers, tombstones from Jewish cemeteries in Lublin were used to construct the roads, which were additionally surfaced with bricks and rubble from houses demolished in the Lublin ghetto.

Krematorium: Das Hauptkrematorium des Lagers in Majdanek war nahe den Krankenbaracken in Feld V gelegen. Es wurde von einer deutschen Firma H. Kori GmbH gebaut. Der untere Teil des Gebäudes war aus Ziegeln, während der obere Bereich aus Holz war.

Crematorium: The main crematorium of the camp at Majdanek was situated close to the hospital barracks in Field V. It was built by a German company H. Kori GmbH. The bottom part of the building was made of brick whilst the upper section was wooden.

Das Gebäude bestand aus 12 Räumen mit einer zentralen Halle, wo ein Set von 5 Brennöfen stand. Das Gebäude war von einem doppelten Stacheldrahtzaun umgeben. Das Krematorium begann seine Arbeit Ende 1943.

The building consisted of 12 rooms with a central hall where a set of five furnaces for burning corpses was located. The building was surrounded by a double barbed wire fence. The crematorium started operating in late 1943.

Am 22. Juli 1944, dem Tag der endgültigen Auflösung des Lagers, setzte die SS das Gebäude mit samt den Leichen  ihrer letzten Opfer in Brand. Der obere Teil des Gebäudes wurde 1945 nachgebaut, doch das Büro und die Tür, die die Haupthalle und die Öfen vom Rest des Gebäudes trennte, wurden nie wiederaufgebaut.

On July 22, 1944, the day of the camp’s final evacuation, the SS set the building on fire together with the corpses of their last vitims. The upper part of the crematorium was rebuilt in 1945, however, the office and door separating the central hall and furnaces from the rest of the building was never reconstructed.

Teil des Unterbaus eines LKWs, der 1943 genutzt wurde, um darauf tote Körper für das Verbrennen aufzuhäufen.

Part of the chassis from a lorry that was used as the base to pile up dead bodies ready for burning in 1943.

Am 3. November 1943 wurden 18.400 Juden – Häftlinge aus Majdanek und Arbeitslagern in Lublin – hier hingerichtet. Ungefähr 12.000 Juden wurden am 3. und 4. November 1943 während Operation „Erntefest“ von deutschen Polizeieinheiten in der Region Lublin, in Majdanek, Trawniki und Poniatowa, ermordet.

On November 3, 1943, 18.400 Jews – prisoners of Majdanek and labour camps in Lublin – were executed at this site. Approximately 12.000 Jews were murdered in the Lublin district on November 3 and 4, 1943 during operation „Erntefest“ (Harvest Festival) by German police units at Majdanek, Trawniki and Poniatowa.

Mausoleum: Das Mausoleum, das Monumenten-Tor am Eingang zum Museum und die Straße der Huldigung und Erinnerung, die beide verbindet, bilden zusammen das Denkmal dem Kampf und Märtyrertum in Majdanek.

Mausoleum: The Mausoleum, the Monument-Gate at the entrance to the museum and the Road of Homage and Remembrance that connects them create the Monument to Struggle and Martyrdom at Majdanek.

Entlang der Kuppel steht der Text „Unser Schicksal ist Euch eine Warnung,“ aus dem Gedicht Requiem von Franciszka Fenikowski.

Along the cupola runs text reading „Our fate is a warning to you,“ from Franciszka Fenikowski’s poem Requiem.

Das Mausoleum hält Asche von Häftlingen aus Majdanek. Als das Lager bestand, wurde die Asche, vermischt mit Kompost, genutzt, um Felder, die das Lublin Lager versorgten, zu düngen.

The Mausoleum holds ashes of Majdanek prisoners. At the time of the camp’s existence, the ashes, mixed with compost, were used to fertilize fields supplying the Lublin camp.  

16.06.2018: Abschied von Warschau – erst einmal / Farewell to Warsaw – for now

Wir sind früh los, haben uns am Flughafen einen Mietwagen geholt und sind nach Wilanow …

We left early in the morning, picked up a rental car at the airport and then drove to Wilanow …

… da steht der Wilanow Palast, genannt das Versailles von Warschau.

… where you find the Wilanow Palace, called the Versailles of Warsaw.

Hier seht Ihr die Kirche, die auf dem Gelände steht.

Here you see the church that is located on the compound.

Innen sah die St. Anna Kirche zunächst wie viele andere Kirchen aus.

On the inside at first the St. Anna’s Church looked just like other churches.

Aber dann sind wir ein bisschen herumgelaufen und haben einen Knochen gefunden. – Ja, einen Knochen … einen ziemlich großen sogar!

But then we walked around a bit and found a bone. – Yes, a bone … and even quite a big one!

Im 2. Weltkrieg wurde die Kirche von den Nazis ausgeraubt und als ein Internierungslager genutzt.

During WWII the church was looted by the Nazis and used as an internment camp.

Auf dem Weg nach „Versailles“ sind wir an diesem Sandstein-Mausoleum vorbeigekommen. Das gehört der Potocki Familie. Stanislaw und seine Frau Aleksandra liegen hier.

On the way to „Versailles“ we passed this sandstone mausoleum. It belongs to the Potocki family. Stanislaw and his wife Aleksandra were buried here.

Und hier jetzt ein erster Blick auf das Schloss, gebaut im 17. Jahrhundert:

And here now a first look at the castle, built in the 17th century:

Und von ein bisschen näher sieht es so aus:

And from a bit closer it looks like this:

Von innen haben wir uns das Barockschloss nicht angesehen … das Wetter war einfach zu schön dafür. Außerdem war der Park außen herum auch einen Besuch wert.

We did not look at the baroque castle from the inside … the weather was just too nice for that. And then the park all around was also well worth a visit.

Hinter dem Schloss gab es ein „Lager“, genauer gesagt das „militärische Lager von König Jan III.“ Da haben Handwerker ihre Künste gezeigt, so wie hier dieser Schmied.

Behind the castle, there was a „camp“, the „military camp of King Jan III.“ to be precise. There artisans showed their crafts, like this blacksmith here.

Man durfte auch einen Blick in das Zelt des Königs werfen – er war aber leider gerade nicht da ;-(

You were also allowed to take a look into the tent of the king – but unfortunately he was not in ;-(

Diese junge Dame hier hat uns erläutert, wie es den Frauen zur damaligen Zeit ging, besonders angesichts der damaligen Mode …

This young lady here explained to us how women faired back then, especially regarding the then fashion …

… das Bild sagt alles:

… the picture says it all:

Da sind wir doch lieber weiter gewandert und haben uns die Gegend angesehen.

Well, we decided to rather walk on and to take in the surroundings.

Inklusive sämtlichen Tieren, die es da zu erspähen gab …

Including all the animals that you could spot there …

Und hier seht Ihr die tolle Sonnenuhr:

And here you see the beautiful sundial:

Im Park gab es auch immer wieder verschiedene Statuen zu sehen, so wie diese hier zum Beispiel:

In the park there were also different statues to look at, like the one here for example:

Und da hätte man wohl noch viel mehr aufstellen können, denn durch die Fenster eines langen Saals haben wir eine ganze Armee von Figuren gesehen …

And it seems they could have put up many more of those, because through the windows of a long hall we saw a whole army of statues …

Wir haben uns wieder auf den Weg gemacht, weit waren wir ja noch nicht gekommen. Noch schnell ein bisschen Verpflegung eingekauft und los gings!

We hit the road again, after all we had not gotten very far yet. We only stocked up on some food and then off we went!

Und dann sind wir weitergefahren nach:

And then we drove towards:

Unser Hotel haben wir schließlich auch gefunden, das Europa. Gebaut 1865 bis 1867, von dem Architekten Ludwik Szamota.

And after some searching we even found our hotel, the Europa. Built 1865 to 1867, by the architect Ludwik Szamota.

Mitten in der Fußgängerzone, sehr schön gelegen. Und natürlich haben wir uns dann gleich ein wenig umgesehen.

Right in the middle of the pedestrian zone, very nicely located. And of course we immediately took the chance to look around a bit.

Nur ein paar Meter weiter gab es diesen Abschnitt. Hier konnte man die verschiedenen Straßenbeläge sehen, zerriebener Kalkstein war der älteste davon, später hat man Kiefernstämme genutzt, die mit Pfählen im Boden fixiert wurden – das seht Ihr unten.

Just a few meters further on there was this section. Here you could see the different road surfaces, crushed limestone was the oldest one of all these, later on pine logs were used, which were fastened to the ground with stakes – that is what you can see below.

Ja, obwohl der Ort gut bewacht war, haben wir uns tiefer ins Stadtgeschehen gewagt …

Yes, even though the town was very well guarded, we dared going further into the city …

Als erstes durch das Krakauer Tor, gebaut in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, als Teil der Stadtmauer.

First through the Cracow Gate, built in the first half of the 14th century, as part of the town wall.

 

Ein Stückchen weiter, in einem ruhigen Hinterhof, haben wir den nächsten Turm entdeckt.

A bit further on, in a quiet backyard, we stumbled across the next tower.

Hier in Lublin gab es auch schöne Kirchen und schöne Fassaden.

Here in Lublin as well, we found beautiful churches and pretty house fronts.

In der Kirche oben wurde gerade ein Gottesdienst abgehalten, also sind wir da natürlich nicht reingegangen.

In the church above a service was in progress, so of course we did not go in.

Und auch hier  gab es wieder Tiere zu sehen … sogar eine ganze Menge, wie man sieht 😉

And here as well there were animals to see … even quite a few, as you can see here 😉

Hier jetzt die St. Stanislaus Basilika, sehr viel Gold, sehr pompös.

Here now the basilica of St. Stanislaus, very golden, very pompous.

Wer das hier ist, wissen wir leider nicht, aber Totenkopf und das nette Schuhwerk wollten wir Euch nicht vorenthalten.

Unfortunately we do not know who that is, but the death’s head and the cute shoes we did not want to keep from you.

Eine andere Kirche steht leider nicht mehr, die St. Michaelskirche. Aber das Fundament der ersten Pfarrkirche am Ort ist hier nachempfunden.

A different church unfortunately does not exist anymore, the St. Michael Church. But the foundations of this first parish church of the town are modeled here.

Und ein Modell der Kirche gibt es außerdem. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche abgerissen. Gebaut wurde sie Ende des 13. Jahrhunderts.

And there is also a model of the church. In the middle of the 19th century the church was demolished. It was built at the end of the 13th century.

Und hier sieht man schon unser nächstes Ziel:

And here you can already see our next destination:

Die Burg von Lublin – die ersten Verteidigungs-Bauten gab es hier wohl schon im 6. Jahrhundert, im 14. Jahrhundert wurde aus Ziegeln und Stein eine erste Burg gebaut und immer wieder wurde um- und dazugebaut.

The Lublin Castle – the first defensive settlements were probably founded here in the 6th century, in the 14th century a first castle of brick and stone was built and time and again it was changed and remodeled.

Der Turm ist eines der ältesten Bauwerke von Lublin, gebaut im späten 13. Jahrhundert. Über die Zeit wurde der Turm von den verschiedensten Turmherren als Gefängnis genutzt: für Adlige, für Widerstandskämpfer zur Zeit des 2. Weltkriegs, danach für politische Gegner des kommunistischen Systems.

The tower is one of the oldest buildings of Lublin, built in the late 13th century. Over the years the tower was used by the different rulers of the tower: for nobility, for fighters of the resistance during the time of WWII, and after that for political opponents of the communist system.

Und wir hatten das Glück, an einem besonderen Tag da zu sein:

And were very lucky in having been there on a special day:

Ein grenzüberschreitendes Kooperations-Programm, das Polen, Weißrussland und Ukraine verbindet, wurde hier gefeiert. Wir haben ganz tolle Leute getroffen und eine Stunde lang viel wunderbare Musik gehört.

A cross-border cooperation programme, which connects Poland, Belarus and the Ukraine, was celebrated here. We met wonderful people and for one hour listened to a lot of fantastic music.

Nach dem Konzert sind wir langsam zurück zum Hotel gegangen. Dabei kamen wir am jüdischen Friedhof vorbei, den man leider nicht einfach so betreten kann – zu viel Vandalismus.

After the concert we slowly walked back to our hotel. In doing so we passed the Jewish cemetery, which unfortunately you cannot visit just like that – too much vandalism.

Die Nazis haben diesen Ort genutzt, um Juden und Polen hier zu erschießen. Viele Gedenktafeln haben wir gefunden: an der Stelle, an der die alte Synagoge stand, bevor die Nazis sie zerstörten, oder hier um daran zu erinnern, dass hier die Juden aus dem Ghetto zu den Zügen getrieben wurden, die sie in Konzentrationslager transportierten.

The Nazis used this location to shoot Jews and Poles here. Many memory tablets we did find: at the spot where the old synagogue used to stand, before the Nazis destroyed it, or here to remind the readers that here the Jews were walked to the trains which then brought them to concentration camps.

Ein Blick auf die Burg im Abendlicht:

A look at the castle in the evening light:

Und noch ein Denkmal zum Abschluss: Für die Soldaten der Kampfgruppe unter Major Zapora. Es erinnert an 207 Kämpfer, die als Teil einer Partisanentruppe gegen die Nazis und später gegen die russischen Besatzer gekämpft haben.

And another monument in closing: To the Soldiers of Major Zapora’s Combat Group. It commemorates 207 fighters who, as a part of a guerilla combat group fought against the Nazis and later also against the Russian occupiers.

Und hier eine Erinnerung an etwas sehr Positives: [Die Union von Lublin, etabliert 1569 zwischen dem Königreich Polen und dem Großherzogtum von Litauen, war ein außergewöhnlicher Fall der Integrierung von zwei Ländern, welche dazu führte, dass Menschen mit verschiedenen ethnischen und religösen Kulturen friedlich und alle einbeziehend zusammenlebten. Die Union wird von der Europäischen Union auf der Liste der europäischen Kulturerbestätten geführt, weil sie eine solch erhebliche Rolle in der Geschichte und Kultur von Europa gespielt hat. ——————– EUROPA BEGINNT HIER!]

And here a reminder of something very positive: 

Und dann waren wir endlich wieder an unserem Hotel angelangt. Wir haben im hauseigenen Restaurant gegessen – sehr fein. Doch wir saßen draußen, und da wurde ich sehr schnell abgelenkt:

And then we finally got back to our hotel. We had supper in the in-house restaurant – very tasty. But we sat outside, and there I was distracted quite soon:

Nein, nicht vom Mond. Auf einmal hallte eine Ansage über den Platz: In zehn Minuten gäbe es eine Wasser- und Lasershow.

No, not by the moon. All of a sudden, there was an announcement given on the square ahead: in ten minutes there would be a water and laser show.

Was für ein schöner Abschluss zu diesem Tag!

What a nice ending for this day!

15.06.2018: Noch ein Tag in Warschau / One more day in Warsaw

Wir hatten noch einen ganzen Tag für Warschau, also sind wir losgelaufen, vorbei am Kulturpalast haben wir die zwei hier gefunden. Die Installation nennt sich „Du und ich“. Sie stammt von dem israelischen Künstler Eran Shakine.

We had another full day for Warsaw, so we started walking, and past the Palace of Culture, we found these two here. The installation is called „You and me“. It was done by the Israeli artist Eran Shakine.

Im Laufe von 8 Stunden geht der eine Arm dieser „Wippe“ ganz nach oben, der andere nach unten, dann kehrt sich das Ganze wieder um.

In the course of 8 hours the one arm of this „seesaw“ goes all the way up, the other one down, then everything moves the other direction.

Aber wir sind hier nur vorbeigegangen, wir waren nämlich unterwegs zu diesem Gebäude hier:

But we only saw that in passing, because we were on our way to this building here:

Das ist die einzige Synagoge, die den 2. Weltkrieg überlebt hat. Diesem Krieg und seinen Folgen, und noch mehr den Auswirkungen, die das 3. Reich in diesem Lande hatte, entkommt man in Warschau eigentlich nirgends.

This is the only synagogue which survived WWII. This war and its outcomes, and even more all that resulted from the impact the 3rd Reich had on this country, all that is never far away in Warsaw.

Nachdem wir gründlich durchsucht worden waren, und ich meine Nähnadel abgegeben hatte (ehrlich!), durften wir das Gotteshaus betreten.

After we had been searched thoroughly, and after I had handed over my little sewing needle (really!), we were allowed to enter the house of prayer.

1898 bis 1902 wurde diese Synagoge gebaut. Ein sehr schönes Gebäude, finden wir.

This synagogue was built 1898 to 1902. A very pretty building, we think.

Beim Ausgang waren eine Thorarolle und andere Gegenstände ausgestellt. Das silberne Teil mit den Glöckchen ist eine Hälfte eines Paars von „Rimonim“, ein Aufsatz für die hölzernen Stäbe, auf denen die Thora gerollt ist.

At the exit, Torah scrolls and other items were displayed. The silver article with the little bells is one half of a pair of „rimonim“, an adornment that gets stuck onto the wooden handles on which the Torah is rolled up.

Vor der Synagoge gab es viele Schautafeln über jüdisches Leben in Warschau – früher und jetzt. Da haben wir dieses Bild entdeckt und gleich entschieden, dass das unser nächstes Ziel sein wird:

In front of the synagogue there were many wall charts informing about Jewish life in Warsaw – now and in the past. There we discovered this picture and right away decided that that will be our next destination:

Die einzige Straße in Warschau, in der noch ein paar Häuser aus dem damaligen Ghetto stehen. 1987 wurden diese vier unter Denkmalschutz gestellt.

The only street in Warsaw in which a few houses remain that were located in the former ghetto. 1987 those four were entered in the official register of monuments.

Man sieht hier noch viele Einschusslöcher.

You can see lots of bullet holes here.

Wenn man hier steht und an all das denkt, was man über das „Leben“ im Ghetto gelesen hat, und über den Aufstand, dann kriegt man ein beklemmendes Gefühl.

When you stand here and think of all you have read about „life“ in the ghetto and about the uprising, you get quite an oppressive feeling in your chest.

Wir sind dann wieder weiter und haben eine Abkürzung durch einen Park genommen. Da sind wir wieder auf ein paar Schautafeln gestoßen: Hier stand nämlich mal ein Theater, das Teatr Letni („Sommertheater“). Das Theater wurde 1870 aus Holz errichtet – als eine vorläufige Maßnahme. Der Plan war, es später an eine andere Stelle zu verlegen, und dort ein Gebäude aus haltbareren Materialien zu bauen. Aber wie es mit Provisorien so ist …

And we walked on and took a shortcut through a little park. There once again we stumbled across all kinds of wall charts: A theater used to be located here, the Teatr Letni („Summer Theater“). The theater had been built in 1870, using nothing but wood – as a preliminary solution. The plan back then had been to later on re-build it at a different spot, using more durable materials. But the way it always is with preliminary solutions …

Das Theater stand hier bis September 1939. Am 2. und 3. wurde noch ein Stück von Nestroy aufgeführt. Doch am 4.9. kam ein Befehl der Warschauer Polizei: Das Theater wurde jetzt für andere Zwecke gebraucht: es wurde zu einem Munitionsdepot umfunktioniert! Und als solches wurde es 5 Tage später von einer Bombe getroffen. Nichts blieb übrig, außer – der Legende nach – ein Schild „Raucherzimmer“.

The theater remained here till September 1939. On the 2nd and 3rd a play by Nestroy was given here. But on September 4, an order by the Warsaw police stopped that: The theater was now needed for other purposes: it was made into an ammunitions depot! And as such it was hit by a bomb five days later. Nothing remained, except for – according to legend – a sign „Smoking Room“.

Und hier sieht man die Markierungen, wo das Theater einst stand:

And here you can see the marking, of where the theater used to be:

Wie schon erwähnt, dem Krieg entkommt man hier nicht. An vielen Gebäuden findet man Gedenktafeln wie diese hier:

As I mentioned before, you cannot escape the war here. At a lot of buildings you find memorial tablets like this one here:

Wir waren auch unterwegs zu einem weiteren Denkmal, das ein Ereignis im Krieg festhält: dem Denkmal des Warschauer Aufstandes von 1944. Hier kommen lebensgroße Figuren aus dem Boden, sehr eindrucksvoll.

We were on our way to another monument which commemorates an event during the war, in 1944: the Warsaw Uprising Monument. Here life-size figures come out of the ground, very impressive.

63 Tage lang hat damals die Heimatarmee gegen die deutschen Besetzer gekämpft. Die Polen hofften auf Unterstützung durch die Rote Armee, doch die kam den Aufständischen nicht zur Hilfe.

For 63 days the home army back then fought against the German occupation army. The Polish fighters had hoped for help from the Red Army, but that support never came.

Ich muss gestehen, es hat gut getan, sich zwischendrin mal von etwas Lebendem, Bunten ablenken zu lassen:

I must admit, it felt good to in between allowing myself to be distracted by something living and colourful:

Unser nächstes Ziel war die alte Stadtmauer mit dem schönen Wachturm, den man hier ganz in der Ferne sehen kann.

Our next destination was the old town wall with the gorgeous barbican which here you can see still quite far off.

Vor der Mauer steht dieses Denkmal des kleinen Aufständischen – eine Ehrung der Kindersoldaten, die im Aufstand 1944 mitgekämpft hatten.

In front of the wall there is the statue of the Little Insurrectionist – to honour the child soldiers who fought along in the uprising of 1944.

Diese Figur haben wir auch an der Mauer gefunden … eine halb verhungerte Frau mit Armstümpfen, die ein Baby hält. Leider konnte ich nirgendwo irgendwelche Informationen über diese Statue finden …

This statue we also found at the wall … a half starved woman with arm stubs, holding a baby. Unfortunately I could not find any information about this monument anywhere …

So. Weiter an der Stadtmauer …

Okay. On we walk along the town wall …

… zum Wachturm. Natürlich der perfekte Platz, um Touristen Souvenirs zu verkaufen.

… to the barbican. Of course that is the perfect spot to sell tourists some souvenirs.

Und dann sind wir in der Altstadt herumgelaufen und haben uns eine Unmenge von schönen Fassaden angesehen.

And then we strolled through the old part of town and looked at endless numbers of pretty house fronts.

Falls Ihr es nicht wusstet: nach dem Aufstand 1944 wurde Warschau dem Erdboden gleichgemacht. Die Deutschen haben sich aus Rache wirklich einen Straßenzug nach dem nächsten vorgenommen und mit Sprengstoff und Flammenwerfern die Häuserzeilen zerstört. 85% bis 90% der Gebäude fielen dieser Zerstörungswut zum Opfer!

In case you did not know: after the uprising of 1944, Warsaw was leveled to the ground. In an act of revenge the Germans really took it upon themselves to destroy one street after the next, and they did so with explosives and flamethrowers, street after street. 85% to 90% of the houses fell victim to this extreme vandalism!

Wie verständlich wäre es da, wenn die Einwohner auf Deutsche nicht gut zu sprechen wären … Aber wir haben wirklich das Gegenteil erlebt. Die Leute waren ausnehmend freundlich und ließen sich gerne auf Gespräche mit uns ein, auch und gerade, wenn wir erzählt hatten, dass wir aus Deutschland seien.

How very understandable would it thus be if the townsfolk would not enjoy having Germans around … But we really experienced quite the opposite. The people were extremely friendly and really liked to get into conversations with us, also and especially when we had told them that we came from Germany.

Hier seht Ihr eine Luftaufnahme, gemacht 1945.

Here you see an aerial photograph, taken 1945.

[Ausschnitt aus einer Luftaufnahme von 1945, welche die Ruinen der Altstadt zeigt. BOS, APW]

[Fragment of an ortophotograph from 1945, showing the ruins of the Old Town. BOS, APW]

Noch etwas, das in Polen allgegenwärtig ist: Kirchen.

Something else that is omnipresent in Poland: Churches.

Wir haben uns viele angesehen – hier unten die St. Anna Kirche.

We took a look at quite a few – here below the St. Anne’s Church

Ja, denkt Ihr Euch wahrscheinlich … aber ist Polen nicht auch für tolles Essen bekannt? – Auch das haben wir reichlich probiert und können nur bestätigen: hier schmeckt es vorzüglich!

Well, you are probably thinking … isn’t Poland also known for its great cuisine? – That we tasted abundantly, and we can only agree: we enjoyed the food immensely!

Unser Ober war übrigens etwas verwundert, dass wir nur so wenig bestellt und gegessen haben … Dabei bog sich der Tisch förmlich!

Our waiter, by the way, was a bit puzzled, that we had ordered and did eat only such little food … We felt the table was bending under the weight of all the food!

Frisch gestärkt haben wir uns die nächste Kirche angesehen: Die Hyazinthkirche, die während des Aufstandes von 1944 als Krankenhaus diente.

Well-fed, we went to look at the next church: The St. Hyacinth’s Church, which during the uprising of 1944 served as a hospital.

Aber lange sind wir nicht geblieben … wir wollten ja nicht stören!!!

But we did not stay very long … after all we did not want to get in the way!!!

Wir sind wieder weiter gewandert und haben uns einen Rest der Ghetto-Mauer angesehen.

We hiked on and looked at a remaining piece of the ghetto wall.

Danach wollten wir noch in das Museum der Geschichte der polnischen Juden, doch leider waren die Öffnungszeiten in unserem Reiseführer nicht ganz korrekt angegeben. Dieser Besuch wird also bis zu unserem nächsten Polen-Aufenthalt warten müssen.

Afterwards we had planned to go to the Museum of the History of Polish Jews, but unfortunately the opening times that our travel guide showed were not quite correct. So this visit we will have to postpone to our next stay in Poland.

Vor dem Museum steht das Denkmal für die Helden des Warschauer Ghettos. Das ist der Ort, an dem Willy Brandt 1970 niederkniete.

In front of the museum you find the Monument to the Ghetto Heroes. That is the place where Willy Brandt knelt down in 1970.

Wir sind dann durch den Sächsischen Garten zurück in Richtung Prachtmeile gelaufen …

We then walked on through the Saxon Garden, in the direction of that representative street …

… dahin, wo wir schon am Vortag gewesen waren 😉

… to where we had been the day before already 😉

So haben wir den Tag schön ausklingen lassen …

Thus we let the end come to a very nice close …

14.06.2018: Höchste Zeit für die nächste Reise! / High time for the next trip!

Stockholm war toll, aber danach waren wir ja wieder daheim … fast EINE GANZE WOCHE LANG! Das war dann aber auch genug!!! Dann ging es wieder auf Reisen, dieses Mal nach: Polen!

Stockholm was great, but after that we spent time back home … for almost A WHOLE WEEK! And then it was definitely enough!!! After that, we went on the next tour, this time to: Poland!

Erster Anlaufpunkt war natürlich Warschau, und da fällt einem schon fast zwangsläufig ein riesiges Gebäude auf: der Kulturpalast. Gestiftet von Stalin in den 50er Jahren, ist dieser Bau zwar sehr beeindruckend, aber die Bevölkerung liebt das Bauwerk wohl nicht gerade. – Bis heute das höchste Gebäude in ganz Polen.

Starting point, of course, was Warsaw, and there you have a hard time not noticing a huge building: the Palace of Culture and Science. Donated by Stalin in the fifties, this structure is quite impressive, but the population apparently does not really love this edifice. – To date still the highest building in all of Poland.

Was für Touristen wie uns ganz toll ist: Man darf weit oben von einer Aussichtsplatform den Blick über die Stadt genießen.

A definite plus for tourists like us: From way up on a viewing balcony, you are allowed to enjoy the view over the city.

Hier seht Ihr einen Wolkenkratzer des Archtitekten Daniel Libeskind. Das Gebäude wird „das Segel“ genannt.

Here you can see a skyscraper designed by architect Daniel Libeskind. The building is called „the sail“.

Wir hatten auf unserer großen Reise schon in Singapur beeindruckende Wolkenkratzer gesehen, die aus seiner Feder stammen.

On our great journey we had already seen impressive highrises in Singapore that he had designed.

Auch hier oben war – wie das Gesamtgebäude – alles eher überdimensional, groß und hoch.

Up here as well – just like the building on the whole – everything was rather colossal in every direction.

Es gibt hier übrigens auch ein Kino, ein Drehrestaurant, ein Theater, Museen …

By the way, in this building you also find a cinema, a rotating restaurant, a theater, museums …

Ja, genug vom Kulturpalast, jetzt schauen wir uns ein bisschen mehr von Warschau an – vom Boden aus.

Yes, enough of the Palace of Culture, now we will take a closer look at some more of Warsaw – on the ground.

Wir sind hier aber nirgends eingestiegen sondern brav zu Fuß gegangen – da sieht man dann doch immer noch am meisten.

We did not jump into any of these vehicles though, we stayed on foot – that way you still get to see the most.

Wir sind zuerst zum Grabmal des unbekannten Soldaten gelaufen, das seht Ihr hier:

We first walked to the Tomb of the Unknown Soldier, which you can see here:

Das Grabmal ist der einzige Teil des einstigen Sächsischen Palais, das hier stand und im 2. Weltkrieg zerstört wurde.

The tomb is the only part that survived of the former Saxon Palace, which used to stand here and was destroyed in WWII.

Hier wurde die Erde von 24 Schlachtfeldern in Urnen aufgestellt.

Here soil from 24 battlefields was put into urns.

Dann sind wir weitergelaufen. Unter anderem vorbei an einer Statue für Kardinal Stefan Wyszynski, der sich im 2. Weltkrieg den Nazis entgegenstellte, Juden half und den Aufständischen in Warschau.

Then we walked on. Past this statue for example, of cardinal Stefan Wyszysnki, who in WWII stood up to the Nazis, helped Jews and the insurgents of the Warsaw Uprising.

Dann war es schon ziemlich spät – wir waren ja erst morgens losgeflogen, mit einem Zwischenstop in München. Also sind wir im Abendlicht die Prachtmeile entlang spaziert.

By then it was rather late already – after all we had only left Bremen this morning, with a stopover in Munich. So in the evening light, we strolled along one of the most representative streets.

Da gibt es jede Menge schöne Fassaden zu sehen.

There are lots of beautiful house fronts to see.

Und Kopernikus saß da auch.

And Copernicus sat around there as well.

Wer die Stockholm-Einträge gelesen hat, erinnert sich bei „Ardbeg“, dass wir da ein Restaurant unter dem Namen dieser Whisky-Marke gefunden hatten.

For those who have read the Stockholm entries, reading „Ardbeg“ you will remember that there we had found a restaurant with the name of that whisky destillery.

Hier haben wir jetzt eine Bar gefunden. Im Erdgeschoss gab es Cocktails, oben war die stilvolle Whiskybar mit einer unendlichen Auswahl. Der Turm in der Mitte des Raumes, der beide Stockwerke verbindet, zeigt nur einen Teil all der Flaschen, die es da gibt.

Here now we found a bar. On the ground floor they served cocktails, on the upper floor there was the stylish whisky bar with an endless selection. The tower in the middle of the room, which connects both floors, shows only a part of all the bottles they have there.

Wir haben jeder einen feinen Whisky probiert und den Abend genossen.

We each tried a nice whisky and enjoyed the evening.

Dann sind wir zum Hotel gelaufen.

Then we walked back to the hotel.

Natürlich kamen wir auch wieder am Kulturpalast vorbei.

Of course we also passed the Palace of Culture again.

Und diese Tafel haben wir entdeckt. Eine von vielen …

And we discovered this plaque. One of many …

07.06.2018: Der letzte Tag / The last day

Leider war das schon unser letzter ganzer Tag in Stockholm … also haben wir uns vorgenommen, noch ein paar Dinge von unserer Liste der Sehenswürdigkeiten abzuhaken. – Und zuerst kriegt Ihr daher … na, wer errät es? … noch ein paar Impressionen aus U-Bahn-Stationen.

Unfortunately this was already our last whole day in Stockholm … so we planned to cross off a few more things from our list of sights. – And because of that, first of all, you get … hm, can you guess? … some more impressions of subway stations.

Das ist noch einmal an „unserer“ Station: Fridhemsplan. Und dann sind wir weitergefahren: zur Station Tekniska Högskolan. Wir hatten nicht gefrühstückt – gut, dass es da einen Apfel gab!

This is once again at „our“ station: Fridhemsplan. And then we rode on:to the station Tekniska Högskolan. We had not had any breakfast – lucky us that they had an apple there!

Dann wird es sportlich: Station „Stadion“.

Then it gets sporty: station „Stadion“.

Und zum Abschluss: Östermalmstorg.

And one more: Östermalmstorg.

Aber wir wollten den Tag nicht nur in der U-Bahn verbringen, hier sind wir mal wieder an die Oberfläche gestiegen. Denn der nächste Punkt auf unserer Liste war: Saluhall.

But we did not want to spend the whole day in the subway, here we finally did climb back up to the surface. Because the next item on our list was: Saluhall.

Das ist laut Reiseführer eine wunderschöne alte Markthalle – nur wird die im Moment renoviert … also konnten wir uns das leider nicht genauer ansehen.

According to the travel guide, this is a beautiful old market hall – but at the moment they are renovating it … so unfortunately we could not take a closer look.

Also haben wir uns in der Gegend umgesehen. Diese Kirche haben wir gefunden, die Trefaldighetskyrkan.

So we looked around a bit in the area. This church we found, the Trefaldighetskyrkan.

Draußen gab es dann auch noch schöne Blumen.

And outside there were some pretty flowers.

Wir sind dann wieder Richtung Altstadt gelaufen. Unterwegs gab es schöne Fassaden und Balkone zu sehen.

We then walked back towards the old part of town again. On the way we saw nice house fronts and balconies.

Oh, und über die zwei hier sind wir auch gestolpert:

Oh, and we also ran into those two here:

Und über den hier:

And into this guy:

Und dann waren wir in der Gasse in Gamla Stan, die laut Reiseführer ganz supertoll ist.

And then we were in the alley in Gamla Stan which according to the travel guide is extra special.

Tja … hm. Wir haben ein paar nette Türklopfer und Schilder gefunden, aber nichts wirklich spektakuläres …

So … well. We found a few nice door knockers and signs, but nothing really spectacular …

Also sind wir weiter.

So we walked on.

Und weiter. Nein, hier sind wir nicht eingekehrt …

And on. No, here we did not have a bite here …

Stattdessen sind wir zurück an einen Ort, den wir bei unserem ersten Besuch in Gamla Stan entdeckt hatten:

Instead we went back to a location which we had discovered during our first visit to Gamla Stan:

Genau! Ihr erinnert Euch: das „Ardbeg Restaurang“. Und für die, denen „Ardbeg“ nichts sagt: das ist eine Whisky-Destillerie, bekannt für die ganz rauchigen Sorten.

Exactly! You remember: the „Ardbeg Restaurang“. And for all those who don’t know „Ardbeg“: that is a whisky destillery, known for its very smoky brand.

Da haben wir erst sehr, sehr lecker gegessen: Fleischbällchen und Ente, und noch eine Menge mehr … mmmh!

There we first had a very, very yummy dinner: meat balls and duck, and a lot more … mmmh!

Und dann … naja, Ihr seht ja selbst.

And then … well, you can see for yourselves.

Ja, und das wars dann so langsam. Aber es gab noch ganz viele Überraschungen!!! Die Stockholmer hatten wohl mitgekriegt, dass wir am nächsten Tag abreisen würden … Und da haben die überall ein Mords-Spektakel gemacht!!!

Yes, and that was more or less all. But there were a few more surprises for us!!! It seems the people of Stockholm had found out that we would leave the next day … And thus all over the place they started quite a ruckus!

Sie kamen auf Schiffen und in Lastwägen:

They came in ships and in trucks:

Das Bier floss in Strömen …

A lot of beer was spilled …

Selbst in der U-Bahn haben sie alle Herzen ausgegraben.

Even in the subway they got out all the hearts.

Und alle haben ganz traurig geschaut …

And the all looked so sad …

Ja, die Traurigkeit haben wir auch gespürt, wir haben uns doch in die Stadt Stockholm verliebt.

Yes, we also felt that sadness, we did fall in love with the city of Stockholm.

Und dann haben sie zum Abschied sogar noch eine Kirsche ausgepackt:

And then as a farewell they even unwrapped a cherry:

Unser „Nackter“ hat gewunken …

Our „naked guy“ waved …

Wir kommen auf jeden Fall wieder!

We will definitely come back!

 

06.06.2018: Skansen hat noch mehr zu bieten / Skansen has much more to offer

Schön war es in Skansen, und es gab eine Menge zu sehen. Deswegen waren wir den ganzen Tag dort!

We had a great time in Skansen, and there was so much to see. Because of that we stayed the whole day!

Es gab auch eine Menge Tiere zu sehen. Rentiere zum Beispiel …

There were a lot of animals to see. Reindeer for example …

… und Elche. (Auch wenn der etwas unhöflich war und uns die Zunge herausgestreckt hat!)

… and elks. (Even though this one was a bit impolite and stuck out its tongue at us!)

Otter gab es – die dauernd weggetaucht sind 😉

Otter were about – which kept diving away 😉

Auch Weißrückenspechte gab es – ein sehr hübsches Tier. Bei dem Weibchen ist die der Kopf oben schwarz, beim Männchen rot.

There were also white-backed woodpeckers – a very beautiful animal. The female has a black crown, while the male has a red one.

Wir haben auch schöne Eulen gesehen, den Bartkauz zum Beispiel. Das Weibchen war in einem Gehege, das nicht einsehbar war – sie war nämlich am Brüten.

We also saw gorgeous owls, for example the great grey owl. The female was in an enclosure that we could not see – because she was breeding.

Dann mal was ohne Flügel: junge Braunbären. Bei denen standen wir lange.

Then something without wings: young brown bears. We spent a lot of time watching.

Die sind gerne ins Wasser gesprungen und dann pitschnass herumgelaufen …

They loved jumping into the water and then they ran around soaking wet …

… und sie hatten in ihrem Gehege eine Menge zum Herumklettern …

… and in their enclosure they had a lot to climb around on …

… und zum Spielen.

… and to  play with.

Vielleicht war in den Eimern ja etwas zu Essen versteckt?

Maybe something to eat was hidden in the buckets?

Zwischen den Gehegen gab es auch immer mal wieder interessante Gebäude zu sehen:

Between the enclosures there happened to be interesting buildings to discover here and there:

Dieses Lagerhaus stand auf einem Gehöft in Telemark, Norwegen. – Moment! Hör ich Euch jetzt denken. Hast Du uns nicht erzählt, dass hier lauter schwedische Gebäude ausgestellt sind?

This storehouse stood on a farmstead in Telemark, Norway. – Hold on! I hear you think now. Didn’t you tell us that here all kinds of Swedish buildings are displayed?

Nun, als Skansen 1891 gegründet wurde, waren Schweden und Norwegen noch vereint.

Well, when Skansen was founded in 1891, Sweden and Norway were still united.

Aber zurück zu den Tieren. Natürlich durfte da auch ein Luchs nicht fehlen. Auch wenn er sich recht gut versteckt hat.

But back to the animals. Of course a lynx had to be among them. Even though it hid quite well.

Die Wildschweine haben sich dagegen nicht versteckt.

The wild pigs though did not hide.

Eher ganz im Gegenteil. – Ein bisschen schlecht drauf, vielleicht?

Quite the contrary. – A bit cross, maybe?

Hier haben wir dann die Bisons.

Here then, you see the bisons.

Was für stattliche Tiere!

What noble animals!

Der Wolf war etwas verschlafen.

The wolf was a bit sleepy.

Dazwischen gab es natürlich auch Tiere, die nicht eingesperrt waren. Eine Drossel vielleicht?

In between of course there were also animals that were not locked in. A thrush, maybe?

Ach, und habe ich schon erwähnt, dass die Gänse sich überall herumgetrieben haben?

Oh, and did I mention that the geese were roaming around absolutely everywhere?

Wieder ein Gebäude: eine Malzdarre. Im unteren Stockwerk war ein Ofen, der das gekeimte Getreide, das auf Regalen auf dem Boden darüber ausgelegt war, trocknete.

And another building: a malt kiln. In the lower story there was a stove, which dried the germinated corn, that had been spread out on shelves on the floor above.

Am Ende des 16. Jahrhunderts wurden Finnen eingeladen, in Schweden, in Värmland, Dalarna und Hälsingland, zu siedeln.

At the end of the 16th century, Fins were invited to settle in Sweden, in Värmland, Dalarna and Hälsingland.

Ist es nicht toll, was diese Menschen alles geflochten haben?

Istn’t it great? All the braiding these people did?

Und dann wieder ein Vogel: Waldohreulen.

And then again a bird: eagle owls.

Dann mal ein Turm zur Abwechslung: Der Bredablick Turm, gebaut 1874-1876.

And then a tower for a change: the Bredablick tower, built 1874-1876.

Dann hätten wir noch alte Meilensteine zum Herzeigen. Der linke ist von 1766, der rechte ist noch hundert Jahre älter. Oben haben sie jeweils das Monogramm von König Adolf Friedrich  und König Karl XI. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde beschlossen, dass an allen großen Straßen in Schweden Meilensteine aufgestellt werden sollten.

And then we have some old milestones to show you. The one on the left is from 1766, the one on the right is another 100 years older. At the top they have respectively the monogram of King Adolf Fredrik and King Karl XI. In the middle of the 17th century it was decreed that at all major roads in Sweden milestones should be set up.

Ach, und habe ich schon erwähnt, dass überall Gänse waren?

Oh, and did I mention that there were geese all around?

Hier seht Ihr eine alte Eisen-Mine, aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Here you see an old iron mine, from the first half of the 18th century.

Und noch einmal ein paar Tierchen zum Abschluss. Da hatten ein paar sehr großen Durst!

And then some more animals in closing. A few little ones were extremely thirsty!

Ja, und dann waren wir schon wieder auf dem Weg zum Ausgang.

Yes, and then we were already on our way back to the exit.

Wir kamen noch an der alten Schmiede vorbei, doch die war leider zu.

We passed the old smithy, but unfortunately it was closed.

Das war alles, was es zu sehen gab:

This is all we got to see:

Dafür war diese Mühle von der Insel Öland interessant: Auf dem Unterbau kann man das Gebäude in den Wind drehen.

But this mill from the island Öland was interesting: on the supporting structure the building can be turned into the wind.

Hier ein kleines Sommerhäuschen, Mitte des 18. Jahrhunderts, innen schön bemalt.

Here a small summerhouse, middle of the 18th century, beautifully painted on the inside.

Und jetzt sind wir schon ganz nah beim Ausgang. Und da haben wir was gehört. Ja, aus diesem Lüftungsgitter.

And now we are already very close to the exit. And there, we heard something. Yes, coming from this ventilation grid.

Da saßen doch glatt kleine Vögelchen drinnen!

Unbelievable: little birdies were sitting in there!

Und Mami ist rein und raus geflogen zum Füttern!

And Mum flew in and out to feed them!

Und jetzt sind wir wirklich draußen und wundern uns: wir wollten doch wieder die Straßenbahn nehmen, aber hier ist alles abgesperrt!

And now we really are outside and are puzzled: we had planned to once again take the tram, but everything is closed off!

Jede Menge Polizei: Auf Motorrädern, …

Lots of police: on motorbikes, …

… in Autos, …

… in cars, …

… auf Pferden.

… on horses.

Und dann noch mehr Reiter …

And then even more equestrians …

… und noch mehr …

… and even more …

… und die erste Kutsche.

… and the first carriage.

Und da drin der Grund für all die Aufregung:

And in there the reason for all the excitement:

Die königliche Familie!

The Royal Family!

Schon toll, so viel Aufwand – nur für uns! 😉

Quite a show, so much ado – just for us! 😉

06.06.2018: Und noch ein Museum: Skansen / And yet another museum: Skansen

So, nachdem am Vortag ja das letzte Museum unterirdisch war, sind wir an diesem Tag in ein Freilichtmuseum gegangen. Auf dem Weg haben wir gesehen, dass hier nicht alle Statuen nackt sind …

So, after having gone to a museum that was below ground the day before, on this day we went to an open air museum. On the way we found out that not all statues are naked here …

Vielleicht werden die Figuren ja auch von den Leuten von Stockholm einfach ausgezogen!!! Das würde erklären, warum diese hier so wehrhaft gesichert ist!

But then, maybe those statues get undressed by the people of Stockholm!!! That would explain why the one here is protected so militantly!

Oh, und wir müssen noch erwähnen, dass heute ein ganz besonderer Tag war: der schwedische Nationalfeiertag. Diese Damen hier feiern den ganz traditionell …

Oh, and we should mention that today was a very special day: the Swedish national holiday. These ladies here celebrate that day very traditionally …

Das war schon innerhalb des Skansen-Geländes. Übrigens: das älteste Freilicht-Museum der Welt!

That was already inside the Skansen area. Oh, by the way: this is the oldest open air museum worldwide!

Hier werden alte Bauernhäuser gezeigt, und vieles mehr aus allen Gegenden von Schweden – die Häuser sind Originale, die hierher umgesiedelt wurden.

Here they present old farming steads, and much more from all areas of Sweden – the houses are originals that have been moved here.

Eine alte Kegelbahn zum Beispiel. Das hat Spaß gemacht!

An old bowling alley, for example. That was fun!

Danach ging es zu den alten Handwerksbetrieben. Hier sieht man nämlich nicht nur Gebäude aus allen Teilen Schwedens sondern auch viel aus der Geschichte des Landes, bis ins 16. Jahrhundert zurück.

Afterwards we went to the old craftmen’s houses. Because here you not only see buildings from all areas of Sweden, but also much of the country’s history, all the way back to the 16th century.

Beim Glasbläser zum Beispiel.

At the glass blower’s for example.

Hier seht Ihr alle möglichen Formen, die fürs Glasblasen benutzt wurden.

Here you can see all kinds of shapes that were used for glass blowing.

Weiter in die Möbel-Manufaktur. Alles hier ist aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

On we went to the furniture maker. Everything you see here dates from the late 19th and early 20th century.

Hier seht Ihr, wie die Maschinen angetrieben werden.

Here you can see how the machines are powered.

Hier seht Ihr das Büro der Maschinenfabrik.

Here you see the office of the engineering works.

Ist das Telefon nicht wunderschön?

Isn’t the telephone beautiful?

Es gab so viel zu sehen. Viele Leute in der zeitlich passenden Kleidung haben in den Betrieben alles vorgeführt.

There was so much to see. Many people wearing garments dating back to the right period presented everything in the various workshops.

Im „alten Laden“ haben wir alte Zeitungen gesehen und jede Menge Dinge, die man da so kaufen konnte.

In the „old shop“ we saw old newspapers and lots of things that you used to be able to buy here.

Da gab es schöne Waagen und jede Menge mehr.

There they had beautiful scales and much more.

Beim Bäcker gab es ganz feine Sachen, da war auch die Schlange der Wartenden am längsten …

At the bakery they had delicious things, there the queue of people was the longest by far …

Wir haben uns auch gleich eingedeckt. Herzhaftes und Süßes. Und geschmeckt hat uns alles!

We stocked up right away. Normal buns and sweet pastries. And we liked the whole lot!

(Wir haben aber nicht all das gekauft, was auf dem Bild ist … die anderen wollten ja auch noch was. )

(But we did not buy all that you can see on the picture above … after all the others also wanted some.)

Auf den Gassen zwischen den Gebäuden gab es Fuhrwerke, alte Laternen und immer wieder Gänse.

On the alleys between the buildings there were carts, old lanterns and time and again: geese.

Ein alter Eisenwaren-Laden. Da gab es von der Schraube bis zum Schlitten alles mögliche.

An old hardware store. There you could find screws and sleighs and all kinds of things.

Schrebergärten haben wir gesehen, wie sie im ersten Weltkrieg angelegt wurden. Zumeist wurden hier Kartoffeln gezogen.

Allotments we saw here, the way they had been set up during WWI. Most of the time, potatoes were grown here.

Hier durften wir zusehen, wie dünnes Fladenbrot gemacht wurde. Roggenmehl, Salz und Wasser. Ein unheimlich schwer zu bearbeitender Teig.

Here we got to watch how thin flat bread was made. Rye flour, salt and water. A dough which is terribly difficult to handle.

Aber geschmeckt hat es ganz wunderbar! Und die Damen haben ganz geduldig all unsere Fragen beantwortet.

But the taste was really wonderful! And the ladies were very patient with us and answered all questions.

Hier haben wir ein traditionelles Lagerhaus, wie die halb-nomadischen Lappen sie errichtet haben. Keine Fenster, normalerweise auch keine Tür und Leiter, zugänglich nur durch eine Falltür im Boden.

Here a traditional storehouse as the half-nomadic sami built them. No windows, normally also no door and ladder, accessible only through a trap door in the floor.

Zwischendrin kann man immer wieder schöne Ausblicke auf Stockholm genießen.

In between you often get a chance to enjoy nice views of Stockholm.

Wir haben viele verschiedene Gehöfte gesehen. Sehr spannend, wie die in den verschiedenen Regionen ausgesehen haben!

We saw many different farmsteads. Quite interesting what they looked like in the various regions!

Hier seht Ihr jetzt eine Unterkunft der Lappen, aus Torf und Birke. In der Mitte war die Feuerstelle, das Rauchloch im Dach konnte man bei schlechtem Wetter verschließen. – Und der Türgriff ist besonders schön, findet Ihr nicht?

Here now you see a dwelling of the Sami, made from turf and birch wood. In the middle there was the hearth, the smoke-hole in the roof could be covered in bad weather. – And the door handle is especially beautiful, don’t you think?

So, mehr beim nächsten Eintrag!

Okay, more in the next entry!

05.06.2018: Und wieder wird es unterirdisch … / And once again we go below ground …

Bevor es jetzt wieder in die Tiefe geht, noch ein schneller Blick in den Himmel.  – Auf was der hier wohl schießen will? Regenwolken?

Before we go down deep again, let’s take a quick look at the sky.  – What might this guy be aiming at? Rain clouds?

Und dann sind wir erst einmal wieder in die U-Bahn.

And then once again we took the subway.

Dieses Mal an der Station Kungsträdgården. Sehr schön!!!

This time at the stop Kungsträdgården. Very beautiful!!!

Man fühlt sich wie in einem Museum mit antiken Statuen, …

You feel like in a museum with antique statues …

… das in einer Höhle eingerichtet wurde.

… that has been set up in a cave.

Doch es gibt auch andere Ecken, das erinnert dann eher an ein Museum für moderne Kunst:

But there are also corners that look very different, which remind you  more of a museum for modern art:

Auf jeden Fall sehr sehenswert! Wer hätte denn geahnt, dass U-Bahn-Fahren so spannend und abwechslungsreich sein kann?

In any case very much worth seeing! Who would have guessed that taking the subway can be so exciting and varied?

Dann mal wieder Luft schnappen … der übliche Blick in den Himmel. Ups. Schon wieder so ein nackter Kerl! Wobei, der hier trägt immerhin einen Helm. Ein interessanter … Fetisch?

Then another breath of fresh air … the usual look at the sky. Oops. Yet again some naked guy standing around! But then, this one has at least a helmet. An interesting … fetish?

Und dann wieder abwärts. Ja, und jetzt denkt Ihr Euch: ist ja schon gut, wir haben es kapiert, Ihr habt Euch in die U-Bahn verliebt. Zeigt Ihr uns auch nochmal was anderes? – Ja aber sicher!!! Das hier hat nämlich nichts mit der U-Bahn zu tun! Schon eher mit einer Tiefgarage …

And then down again. Yes, and now you are probably thinking: that is all well and good, we get it, you guys fell in love with the subway. Will you ever again show us something different? – But of course!!! Because this here is nothing to do with the subway! Rather with underground parking …

Für das Parlament sollte die nämlich gebaut werden. Doch dabei stieß man auf die alte Stadtmauer von ca. 1520.

For the parliament, that was supposed to be constructed. But when they dug, they found the old city wall from about 1520.

Und was macht man dann?

And then what do you do?

Statt einer Tiefgarage ein Museum einrichten!

Instead of underground parking, you set up a museum!

Mittelalterliche Szenen sind hier nachgestellt.

Medieval aspects are presented here.

Es gibt viel zu sehen. Altes Schuhwerk zum Beispiel:

There is much to see. Old footwear for example:

Und ein altes Kriegsschiff: Riddarholmsskeppet, so alt wie die Stadtmauer.

And an old war ship: Riddarholmsskeppet, as old as the city wall.

Toll! Und all das einfach, weil nicht genug Platz für die Autos da war:

Great! And all that simply because there was not enough space for all the cars:

05.06.2018: Schiff ahoi! / Ship ahoy!

So, am Dienstag haben wir uns wieder auf den Weg gemacht … natürlich haben wir auch wieder die U-Bahn genommen. Wir sind wie üblich an unserer „grünen“ Station, Fridhemsplan eingestiegen …

Well, on Tuesday we set out again … of course we took the subway once again. As usual, we started at our „green“ station, Fridhemsplan …

… und dann sind wir weitergefahren. Wohin, wo wir schon waren, aber dieses Mal sind wir nicht oben zum Rathaus sondern haben uns unten die U-Bahn-Station angesehen.

… and then we rode on. Somewhere where we had been before, but this time we did not go up to the Town Hall but rather looked at the subway station below.

Da gibt es diese Säulen und Bögen, halb „verschüttet“.

There you find these columns and arches, half „buried“.

Und da war noch mehr an der Decke …

And there was more stuff on the ceiling …

… diese Stiefel zum Beispiel. 😉

… these boots for example. 😉

Und dann waren wir wieder oberirdisch unterwegs. Vorbei an schönen Gebäuden.

And then we traveled on above ground again. Past pretty buildings.

Auch Gänse waren unterwegs. Weißwangengänse heißen sie, oder Nonnengänse, die haben wir in Stockholm oft gesehen.

Geese were about as well. Barnacle geese they are called, and we spotted them often in Stockholm.

Diese Gänse sind eher im hohen Norden Europas zu finden. Und zum Thema Norden wären wir jetzt auch am Nordiska Museet vorbeigekommen. Auf jeden Fall von außen ein tolles Gebäude. Aber wir sind zu einem anderen Museum gegangen …

These geese you find mostly in the far North of Europe. And regarding the topic „North“, we now passed the Nordiska Museet. Definitely a gorgeous building from the outside. But we walked on to another museum …

… das Vasa-Museum. Auch ein spannender Bau.

… the Vasa Museum. Also an exciting edifice.

In diesem Museum dreht sich alles um das riesige Schiff „Vasa“. Hier ein paar Bilder des Original-Schiffes:

In this museum everything is about the great „Vasa“ ship. Here a few photos of the original ship:

Ein tolles Gefährt. Hier seht Ihr eine kleinere Nachbildung, dieses Mal in Farbe – so hat das Original wohl mal ausgesehen.

A great vehicle. Here you see a smaller replica, this time in colour – this is the way the original probably looked.

Schon alleine die „Stückpforten“, durch die die Kanonen schießen konnten, sind wunderschön.

Even just the „gunports“, through which the cannons could fire, are beautiful.

Ja, und für die, die sich jetzt fragen, was das für ein Schiff sein soll und warum es dafür ein ganzes Museum gibt:

Yes, and for all those who now might be wondering what that ship is all about and why there exists even a whole museum for it:

[König Gustav Adolf beteiligt sich aktiv an der Aufrüstung seiner Flotte. 1625 beauftragt er den Meister-Schiffsbauer Henrik Hybertsson, vier Schiffe zu bauen. Die Vasa ist eines davon. Von seinem Hauptquartier in Polen sendet der König geänderte Maße an Meister Henrik …]

Ja, und wie das mit Königen so ist … die wollen nicht einfach nur ein Kriegsschiff, sondern ein ganz besonderes. Größer, besser, toller … Also wird gebaut.

Well, and the way it is with kings … they don’t just want a simple warship, but of course a special one. Bigger, better, greater … So they start construction.

Eine Menge Kanonen hatte der König geordert – für zwei Kanonendecks. Nicht nur, dass solch ein Schiff in Schweden bis dahin noch nie gebaut worden war, es war problematisch, weil die Kanonen natürlich für viel Gewicht sorgten, das recht weit oben im Schiff die Stabilität erschwerte. Und außerdem, weil das Schiff auf die Weise nicht tiefer als bis knapp zu den unteren Stückpforten im Wasser liegen durfte. Für die Steine, die als Ballast unten in den Kiel kamen, war recht wenig Raum ….

A lot of cannons the king had ordered – for two cannon decks. But not only that never until then had such a ship been built in Sweden, it was simply problematic, for the cannons made for a lot of weight rather high in the ship’s hull, that negatively influenced the balance. And then of course also because this way the ship could not be allowed to lie in the water any lower than just below the gun ports of the second deck. For the rocks that were placed in the bottom of the keel, there was not much space …

Das ganze lief dann auch noch unter Zeitdruck ab, weil der König das Schiff am besten sofort haben wollte, und so kam es, wie es kommen musste: Auf seiner Jungfernfahrt kam die Galeone ungefähr 1300m weit, dann sank sie nach ca. 20 Minuten Fahrt.

And the whole thing was conducted after a lot of time pressure, because the king wanted to have the ship immediately at best. And thus the inevitable happened: On its maiden voyage, the galleon managed about 1300m, then it sank after a trip of around 20 minutes.

Das war 1628. Und 1961, also 333 Jahre später, wurde sie geborgen, so wie hier zu sehen:

That was in 1628. And 1961, a whole 333 years later, it was recovered. In the manner you can see below:

Da lohnt sich doch auch ein ganzes Museum, oder? Wir fanden es auf jeden Fall sehr spannend und wollen irgendwann nochmal hin.

For that it is worth to have a whole museum, don’t you think? Anyway, we thought it was quite fascinating and we want to come back some day.

 

04.06.2018: Ab in die Tiefe! / Down below …

Da wir bei unserem Stockholm-Ausflug in der Stadt geblieben sind, brauchten wir natürlich keinen Mietwagen. Wir haben uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegt. Und da ist in Stockholm vor allem die U-Bahn interessant, weil die Stationen oft regelrechte Kunst-Objekte sind. Die T-Centralen Haltestelle zum Beispiel:

Since during our Stockholm trip we stayed in the city, it goes without saying that we did not need a rental car. We got around with public transit. And talking of that, especially the subway is very interesting in Stockholm, because the stations are often artsy marvels. The stop T-Centralen, for example:

Das hier war bei der Station Fridhemsplan – das war die bei unserem Hotel.

This here was at the station Fridhemsplan – that was the one near our hotel.

Ja, aber wir sind an diesem Montagnachmittag nicht nur U-Bahn gefahren. Wir haben Euch ja schon von Stefan erzählt, den wir am Sonntag bereits getroffen hatten. Jetzt zum Abendessen in einem schönen Lokal auf dem Wasser haben wir auch Ewa-Marie und Peter getroffen.

Yes, but on that Monday afternoon we did not only ride the subway. We already mentioned Stefan whom we had met on Sunday, the day before. Now for a nice dinner, we also met Ewa-Marie and Peter.

Es war ein sehr schöner Abend.

It was a very nice evening.

Mit lecker Essen und noch leckererem Rotwein.

With delicious food and even more delicious red wine.

Rotwein … das ist die Idee. Tschüß für heute und: PROST!

Red wine … that is a top idea. Goodbye for tonight and: CHEERS!

P.S.: Stefan, wenn Du das hoffentlich am Mittwoch liest: Alles Gute zum Geburtstag!

P.S.: Stefan, hoping you will read this on the Wednesday: Happy Birthday!